Die Alexandersäule: 650 Tonnen Granit in unter zwei Stunden?

ERDKUNDE Nostalgie

Die Alexandersäule: 650 Tonnen Granit in unter zwei Stunden?

Die Alexandersäule: 650 Tonnen Granit, 1832 in unter zwei Stunden aufgerichtet? Dazu ein Bild, das die ganze Stadt im Meer zeigt. Wir zweifeln.

15.09.2026 13 Min Lesezeit 2.641 Worte
Lithografie aus Montferrands Tafelwerk 1836: das hohe Holzgerüst auf dem Schlossplatz, Soldaten an den Winden, die Säule wird hochgezogen
So soll es gewesen sein: Am 30. August 1832 wird der Schaft der Alexandersäule im Gerüst aufgerichtet. Lithografie aus Montferrands Tafelwerk von 1836.Bild: A. de Montferrand, 1836 · Boston Public Library · gemeinfrei

Sankt Petersburg, 30. August 1832, zwei Uhr am Nachmittag. Auf dem Schlossplatz vor dem Winterpalast steht ein Gerüst aus Holz, höher als ein Kirchturm. Darin hängt ein einziger Stein, ein Säulenschaft aus rotem Granit, schwerer als eine voll besetzte Boeing 747. An Dutzenden Winden rund um den Platz warten Soldaten und Matrosen auf das Kommando.

Knapp zwei Stunden später, so heißt es, steht die Säule senkrecht. Bis heute hält sie sich angeblich allein durch ihr eigenes Gewicht auf dem Sockel, ohne jede Verankerung.

Nach dem Donnerstein unter dem Ehernen Reiter ist die Alexandersäule der zweite Granitriese dieser Stadt, dessen offizielle Geschichte uns umtreibt, und wir sagen es auch hier ganz offen: Wir glauben sie nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  1. 650 bis 756 Tonnen an einem Stück.So viel wog der Schaft nach Angaben des Architekten, gebrochen in einem finnischen Steinbruch.
  2. Aufgerichtet in unter zwei Stunden.Mit Holzgerüst, Winden und rund 2.000 Menschen. Uns erscheint das unvorstellbar.
  3. Ein Bild, das nicht passt.Im Tafelwerk des Architekten steht die Stadt im Meer, und nur Reiter und Säule ragen aus den Fluten.
  4. Ein Kinderbuch mit fertiger Säule.In einem Weimarer Bilderbuch mit der Jahreszahl 1830 steht die Säule bereits da.

So will es die offizielle Darstellung

Der Architekt Auguste de Montferrand, der auch die Isaakskathedrale gebaut haben soll, entwarf die Säule zum Gedenken an Kaiser Alexander den Ersten und den Sieg über Napoleon. Den Stein ließ er angeblich im finnischen Steinbruch Pyterlahti brechen, zwischen Wyborg und Hamina. Seine eigenen Angaben aus dem Tafelwerk von 1836:

WasAngabe bei Montferrandheute gesagt
Schaft, fertig behauen39.691 Pudetwa 650 Tonnen
Schaft beim Heben, mit Bossen und Zügen1.847.000 russische Pfundetwa 756 Tonnen
TransportschiffTragkraft 65.000 Pudetwa 1.060 Tonnen
Mannschaft beim Aufrichten1.440 Soldaten, 300 Matrosen, Unteroffiziere, Trommlerdazu gut 200 Handwerker
Beginn der Aufrichtung30. August 1832, 14 Uhr (alter Kalender)Dauer knapp zwei Stunden
Einweihung30. August 1834 (alter Kalender)nach unserem Kalender der 11. September

Dazu kommt die Geschichte vom Beinahe-Unglück: Am 19. Juni 1832 sollen beim Verladen im Steinbruch die 28 Balken der Rampe gleichzeitig gebrochen sein. Die Säule sackte zwischen die Trümmer, das Schiff neigte sich zur Mole. 600 Soldaten aus der Garnison von Hamina seien in weniger als vier Stunden herbeigeeilt, und nach 48 Stunden habe der Schaft wieder sicher an Bord gelegen.

Achtundvierzig Stunden, um einen Stein von 650 Tonnen aus den Trümmern einer Rampe zurück auf ein schwankendes Schiff zu bringen, mit Seilen, Hebeln und Menschenkraft? Wir lesen diesen Satz immer wieder und kommen jedes Mal zum selben Ergebnis: Das erscheint uns unmöglich.

Die Alexandersäule im Steckbrief

Wo
Schlossplatz vor dem Winterpalast, Sankt Petersburg · der Stein angeblich aus dem Steinbruch Pyterlahti zwischen Wyborg und Hamina
Wann
Aufgerichtet am 30. August 1832 · eingeweiht am 30. August 1834, beides nach altem Kalender
Wer
Architekt Auguste de Montferrand · zum Gedenken an Kaiser Alexander den Ersten · beim Aufrichten 1.440 Soldaten, 300 Matrosen, Unteroffiziere und Trommler, dazu gut 200 Handwerker
Überliefert
Durch Montferrands eigenes Tafelwerk, Paris 1836
Einordnung
So erzählt es die offizielle Darstellung. Wir glauben sie nicht.
Lithografie aus Montferrands Tafelwerk 1836: die Säule wird im Steinbruch auf das Schiff gezogenLithografie aus Montferrands Tafelwerk 1836: die Säule hängt schräg im Gerüst, vorn eine Brücke mit SoldatenAquarell von Grigori Gagarin: die Alexandersäule im Gerüst vor dem Winterpalast, Schlitten und Spaziergänger im SchneeStahlstich aus den 1830er Jahren: die Alexandersäule auf dem weiten Schlossplatz
Vom Steinbruch bis zum Schlossplatz, so wie es Montferrand festhalten ließ. Sind das Bilder vom Bau oder Bilder einer Erzählung?Bilder: 1 Sabatier und Wattier nach Montferrand, 1836 · Boston Public Library · gemeinfrei; 2 Auguste de Montferrand, 1836 · Boston Public Library · gemeinfrei; 3 Grigori Gagarin, 1832–1833 · Staatliche Eremitage Sankt Petersburg · gemeinfrei; 4 Stahlstich aus Wolffs Conversations-Lexikon, 1834–1837 · Wikimedia Commons · gemeinfrei

Zwei Stunden für einen Berg

Rechnen wir einmal ganz grob mit, als Gedankenspiel mit den offiziellen Zahlen. Rund 2.000 Menschen sollen einen Stein von 650 bis 756 Tonnen gehoben haben. Auf jeden Einzelnen kämen damit rechnerisch mehr als 300 Kilogramm, und das über Seile, Rollen und Winden, alle im selben Takt, jedes Seil hält, und der Stein hängt dabei ruhig wie ein Lot.

Über 300 kg je Mensch650 Tonnen auf rund 2.000 Menschen verteilt, gerechnet mit den offiziellen Zahlen.Überschlag, Zahlen siehe Tabelle
Höchstens 448 TonnenSo schwer darf selbst die größte Boeing 747 beim Start sein, mit Passagieren, Fracht und Treibstoff. Der Schaft wog gut 200 Tonnen mehr.Boeing 747-8I, höchstes Startgewicht 447.696 kg

Am Ende soll die Säule so genau auf ihrem Sockel stehen, dass sie seit fast zweihundert Jahren keinen Millimeter kippt. Wie misst man so etwas mit den Mitteln von 1832, während ein Koloss dieser Größe noch im Gerüst hängt?

Ein Stein, schwerer als ein Jumbojet, senkrecht gestellt in einem Nachmittag. Wir glauben es nicht.

Das Bild, das alles in Frage stellt

Im selben Tafelwerk, auf Seite 40, steht eine kleine ovale Vignette, für uns das spannendste Bild der ganzen Geschichte. Sie zeigt ein aufgewühltes Meer. Aus den Wellen ragt der Eherne Reiter auf seinem Felsen, daneben die Säule, einsam, und rechts die Ruine eines Tempels. Signiert ist das Blatt mit Montferrands eigenem Namen.

Vignette von 1836: der Eherne Reiter in der Brandung, daneben die Säule und eine Tempelruine im Meer
Die Vignette aus Montferrands Tafelwerk, 1836: die Stadt in den Fluten, nur Reiter und Säule stehen noch.Bild: Auguste de Montferrand, 1836 · Boston Public Library · gemeinfrei

Darunter steht ein kurzer Text. Wir geben ihn hier vollständig wieder, denn jeder soll selbst lesen, was der Architekt da über seine eigene Säule geschrieben hat:

Après de nombreuses années, quand des nations nouvelles se seront succédée, quel sera l’étonnement du voyageur, lorsque s’aventurant sur l’antique mer du Nord, il sera forcé d’arrêter son esquif devant l’image gigantesque du Tzar, dominant les ruines de la grande cité, et franchissant avec peine les restes du temple, il apercevra, seule, debout, au milieu des flots agités, la colonne Alexandrine attestant encore la gloire impérissable des immortels Souverains de la Russie.

Wenn nach vielen Jahren neue Völker einander gefolgt sind: Wie groß wird dann das Staunen des Reisenden sein, der sich auf das alte Meer des Nordens hinauswagt und seinen Kahn vor dem riesigen Bild des Zaren anhalten muss, das über den Ruinen der großen Stadt aufragt. Mühsam steigt er über die Reste des Tempels und erblickt, allein und aufrecht inmitten der aufgewühlten Fluten, die Alexandersäule, die noch immer vom unvergänglichen Ruhm der unsterblichen Herrscher Russlands zeugt.

Auguste de Montferrand, Plans et détails du monument consacré à la mémoire de l’empereur Alexandre, Paris 1836, Seite 40

Warum zeichnet ein Architekt, der gerade sein größtes Werk vollendet hat, die ganze Stadt als Ruine im Meer? Warum spricht er von neuen Völkern, die einander gefolgt sind? Und warum ragen ausgerechnet der Donnerstein und die Säule aus den Fluten, als hätten sie schon einmal einen Untergang überstanden?

Was man sich erzählt

Für viele, die sich mit dieser Vignette beschäftigen, zeigt sie mehr als eine romantische Laune. Sie sehen darin die Erinnerung an eine große Flut, die an diesem Ort eine frühere Kultur ausgelöscht hat, lange bevor das Petersburg entstand, das wir heute kennen. Reiter, Stein und Säule stammten dann aus der Zeit davor, und die Tempelruine im Bild wäre ein Rest dieser verlorenen Welt.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem großen Neubeginn, manche sagen „Reset“, nach dem die Geschichte neu geschrieben worden sei. Die neuen Völker, die in Montferrands eigenem Text einander gefolgt sind, passen für sie genau in dieses Bild. Die unsterblichen Herrscher, deren Ruhm die Säule bezeugt, wären dann womöglich ganz andere als die, die wir aus dem Schulbuch kennen.

Die Stadt kennt die Kraft des Wassers. Am 19. November 1824 stand die Newa 421 Zentimeter über dem gewöhnlichen Pegel, Hunderte Menschen starben, eine genaue Zahl kennt bis heute niemand. Montferrand lebte und baute damals bereits in der Stadt. Offiziell spricht sein Text von einer fernen Zukunft, doch wer die Vignette ansieht, dem drängt sich ein anderer Gedanke auf.

Holzstich: die Überschwemmung von 1824 auf dem Schlossplatz, Boote und Kutschen in hohen Wellen
Die Überschwemmung von 1824 auf dem Schlossplatz, Holzstich nach einer Zeichnung jener Zeit.Bild: Holzstich aus Pyljajew, Staryj Peterburg, 1887 · University of Toronto, Robarts Library · gemeinfrei

Eine fertige Säule im Kinderbuch

Das zweite Rätsel führt uns nach Weimar. Friedrich Justin Bertuch gab von 1790 an ein berühmtes Bilderbuch für Kinder heraus, eine Art Weltlexikon in Tafeln. Der zwölfte Band trägt auf dem Titel die Jahreszahl 1830, und darin steht die Alexandersäule vor dem Bogen des Generalstabs, sauber gezeichnet und ohne jedes Gerüst.

Aufgeschlagenes Bertuch-Bilderbuch, Band 12: Tafel mit dem Grundriss eines Gebäudes und der Alexandersäule vor dem GeneralstabsbogenTextseite aus Bertuchs Bilderbuch, Band 12, mit der Beschreibung der Säule zum Gedächtnis Kaiser Alexanders
Tafel und Begleittext zur Alexandersäule aus Bertuchs Bilderbuch, Band 12. Ein Klick vergrößert die Seiten.Bilder: 1 F. J. Bertuch, fortgeführt von Ludwig Friedrich von Froriep · Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar · gemeinfrei; 2 F. J. Bertuch / L. F. von Froriep · Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar · gemeinfrei
Was man sich erzählt

Für manche ist diese Tafel ein handfester Hinweis: Die Säule habe schon gestanden, bevor sie offiziell aufgerichtet wurde. Das Bilderbuch trägt die Jahreszahl 1830, zwei Jahre vor jenem Augustnachmittag auf dem Schlossplatz, und es zeigt die Säule fertig und frei von jedem Gerüst vor dem Bogen des Generalstabs. Auffällig ist auch die Spitze: Dort sitzt ein Kreuz statt des Engels, den wir heute sehen. Hat der Zeichner hier etwas festgehalten, das es offiziell noch gar nicht geben durfte?

Der Begleittext spricht von einem Monument, das errichtet „wird“ und einmal 150 Fuß hoch „werden“ soll. Offiziell war es ein Entwurf, und die Bekrönung wurde erst später entschieden. Aber wie kommt eine so genaue Ansicht, bis hin zum Bogen des Generalstabs, in ein Kinderbuch nach Weimar, bevor der erste Stein bewegt ist? Die Tafel steht vor Dir. Urteile selbst.

Das Monument, welches von dem Kaiser Nicolaus dem Gedächtniß des verewigten Kaisers Alexander errichtet wird, besteht aus einer vier und achtzig Fuß hohen, aus einem einzigen Granitblock gehauenen Säule, und wird mit Einschluß des Piedestals und des Gipfelkreuzes im Ganzen einhundert und funfzig Fuß hoch werden.

Bertuchs Bilderbuch für Kinder, Band XII, Nr. 44

Das Auge am Sockel und die Frage nach dem Stück

Sockel der Alexandersäule mit Bronzereliefs, oben über der Girlande das Auge im Strahlenkranz, darunter Waffen und Figuren
Der Sockel der Säule mit seinen Bronzereliefs. Über der Girlande sitzt das Auge im Strahlenkranz.Bild: Kora27, 2014 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Wer den Sockel aus der Nähe betrachtet, findet dort mehr als Schmuck. Zwischen Rüstungen und Girlanden sitzen Zeichen, über die seit jeher gerätselt wird. Auch wir haben dazu bislang nur Fragen.

Was man sich erzählt

Am Sockel richten sich viele Blicke auf zwei Zeichen: das Auge im Strahlenkranz und den Doppeladler. Für manche sind beides Zeichen der Freimaurer, und wer sie an einem Staatsdenkmal anbringen ließ, habe damit etwas mitteilen wollen, das nur Eingeweihte verstehen.

Eine zweite Beobachtung betrifft den Schaft selbst. Legt man Farbfilter über Fotos der Säule, glauben manche gleichmäßige Abstände zu erkennen, als bestehe sie aus mehreren übereinandergesetzten Stücken. Dann wäre der berühmteste Monolith der Stadt am Ende gar keiner.

Offiziell ist das Auge ein Zeichen Gottes und des Sieges von 1812, der Doppeladler das Wappen des Zarenreichs, und der Schaft ein einziger Stein. Uns reicht diese Erklärung für ein Denkmal, dessen ganze Geschichte so glatt klingt, schon lange nicht mehr. Wer nach Sankt Petersburg reist, sollte selbst davorstehen und genau hinsehen.

Wer reitet da eigentlich?

Bleibt noch eine Frage, die uns bei beiden Denkmälern nicht loslässt. Sie klingt zunächst abwegig, und wir stellen sie trotzdem, weil sie sich beim Betrachten von selbst aufdrängt.

Was man sich erzählt

Schau Dir den Reiter auf dem Donnerstein einmal genau an. Er trägt antike Kleidung, einen Lorbeerkranz und ein Kurzschwert, und allein der Kopf erinnert an Peter den Großen. Manche halten es deshalb für möglich, dass hier in Wahrheit ein ganz anderer reitet: Alexander der Große.

Von dort ist es nur ein Schritt zur Säule, die ja ebenfalls Alexanders Namen trägt. Könnte sie ein Zeugnis aus einer viel älteren Zeit sein, ein Denkmal für den großen Feldherrn, dem man später einen neuen Anlass und eine neue Geschichte gegeben hat?

Nahaufnahme des Ehernen Reiters von der Seite: Kopf mit Lorbeerkranz und ausgestrecktem ArmDas antike Reiterstandbild Mark Aurels in den Kapitolinischen Museen in RomFotografie von Samuel Bourne um 1860: die Ashoka-Säule auf der Ruine von Firoz Shah Kotla in Delhi
Ein Reiter mit Lorbeerkranz, ein antikes Vorbild und eine Säule auf einer Ruine in Indien.Bilder: 1 Florstein, 2015 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0; 2 Jean-Pol Grandmont, 2011 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0; 3 Samuel Bourne, um 1860 · Universitätsbibliothek Leiden, KITLV · gemeinfrei

Offiziell wollte der Bildhauer Falconet eine zeitlose, heldenhafte Gestalt schaffen und lehnte das römische Vorbild Mark Aurels sogar in einer eigenen Schrift von 1771 ab, und doch trägt sein Reiter den Lorbeerkranz der Antike.

Die Säule in Delhi steht übrigens tatsächlich auf einer Ruine, und auch sie soll einst über rund 200 Kilometer herbeigeschafft worden sein. Alexander selbst ließ nach dem Bericht des antiken Geschichtsschreibers Arrian am Fluss Hyphasis zwölf gewaltige Altäre errichten. Zufälle? Wir sammeln diese Fäden, und das Bild, das sie ergeben, ist ein anderes als das aus dem Schulbuch.

Historische Fotografie: die Alexandersäule auf dem Schlossplatz, im Hintergrund die AdmiralitätFotografie von 1898: die Alexandersäule vor dem WinterpalastAquarell von Wassili Sadownikow: Blick durch den Bogen des Generalstabs auf die Alexandersäule
Die Alexandersäule, wie sie das 19. Jahrhundert gesehen hat.Bilder: 1 anonym, um 1880–1900 · Rijksmuseum Amsterdam · CC0; 2 anonym, 1898 · Rijksmuseum Amsterdam · CC0; 3 Wassili Sadownikow, 1838–1845 · Staatliche Eremitage · gemeinfrei

Alle drei Granitriesen gibt es auch als kurzes Video, in unter einer Minute:

Vorschaubild: Drei Granitriesen: Tausend Autos, mit Muskelkraft?
Donnerstein, Alexandersäule und die Wanne von Babolowo in 60 Sekunden. Stimme und Animationen KI-erzeugt.Das Video liegt bei YouTube und startet erst mit Deinem Klick. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Was wir daraus machen

Ein Architekt lässt jede Station seines Bauwerks zeichnen und drucken, bis hin zu den Namen der Soldatenkompanien, und derselbe Architekt setzt in sein Werk ein Bild, auf dem die Stadt im Meer versinkt und nur seine Säule übrig bleibt. Eine perfekte Dokumentation und ein Bild, das ihr widerspricht: Genau das macht uns misstrauisch.

Wie die Säule wirklich an ihren Platz kam, wissen wir nicht, aber dass ein Stein von 650 Tonnen in knapp zwei Stunden mit Seilen und Holz senkrecht gestellt wurde, sprengt für uns jede Vorstellung. Sieh Dir die Vignette in Ruhe an und entscheide, was Du darin erkennst.

Der dritte Granitriese dieser Stadt wartet schon auf Dich: die Granitwanne von Babolowo.

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Zum Selbernachlesen

  • Auguste de Montferrand, Plans et détails du monument consacré à la mémoire de l’empereur Alexandre, Paris 1836, im Internet Archive, die Vignette auf Seite 40
  • Bertuchs Bilderbuch für Kinder, Band XII, Tafel und Text Nr. 44, Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar
  • Die Flut vom November 1824, Direktion der Schutzbauten Sankt Petersburg, Bericht zum Pegelstand, dazu Arcadia, 2014
  • Die Alexandersäule im Enzyklopädischen Wörterbuch von Brockhaus und Efron, mit der Beschreibung der Reliefs, bei Wikisource
  • Étienne Maurice Falconet, Observations sur la statue de Marc-Aurèle, Amsterdam 1771, bei Gallica
  • Arrian, Anabasis, Buch 5, Kapitel 29: die Altäre Alexanders am Hyphasis
  • Boeing 747-8I, höchstes Startgewicht 447.696 kg: Wikipedia, technische Daten

Ein herzliches Dankeschön

Zu diesem Beitrag hat uns ein Video des Kanals Mind Unveiled inspiriert, erschienen auf Deutsch bei Mind Unveiled Deutsch. Dem Kanalbetreiber und seinem Übersetzer möchten wir an dieser Stelle ganz ausdrücklich für ihre Arbeit danken. Mit fremden Federn wollen wir uns auf keinen Fall schmücken.

Die Themen selbst begleiten uns schon länger. Wer zu rätselhaften Bauwerken recherchiert, stolpert unweigerlich über den Donnerstein, die Alexandersäule und die Wanne von Babolowo. Das Video empfehlen wir Dir trotzdem wärmstens.

Zum Video: „Der größte jemals bewegte Stein & die kolossale Badewanne“

Nochmals vielen Dank!

Beste Grüße
#erdkundetotal

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