Das Himmelseis: Eine Geschichte aus der Antarktis

ERDKUNDE Realität

Das Himmelseis: Eine Geschichte aus der Antarktis

Ein Soldat erzählt von blauem Himmelseis aus der Antarktis und einer Mauer aus Eis, die die Welt umschließt. Im Wortlaut erhalten, nur ohne Namen.

06.10.2026 14 Min Lesezeit 2.918 Worte
Blaues Eis in einer Gletscherhöhle. Ein Symbolbild, denn vom Himmelseis selbst gibt es kein Foto. Warum, erzählen wir weiter unten.
Blaues Eis in einer Gletscherhöhle. Ein Symbolbild, denn vom Himmelseis selbst gibt es kein Foto. Warum, erzählen wir weiter unten.Bild: Davide Cantelli · CC0 · Fundstelle

Heute haben wir mal wieder eine Geschichte für Dich, und sie hat es in sich. Sie spielt in der Antarktis, sie handelt von einem Eis, das so blau ist wie der Himmel, und von einer Mauer, die angeblich so groß ist, dass sie die ganze Welt umschließt.

Bevor wir loslegen, sagen wir offen, wo wir stehen. Wir sind überzeugt, dass die Erde eine andere Gestalt hat, als man sie uns in der Schule beigebracht hat: eine weite Ebene, umgeben von einem Ring aus Eis, darüber das Firmament, also die feste Himmelskuppel, von der schon die Bibel spricht. Das ist unsere Überzeugung, und dazu stehen wir.

Die Geschichte, die wir Dir heute erzählen, ist etwas anderes: eine Information, kein Fakt. Fakt ist für uns nur, was wir selbst erlebt haben. Diese Geschichte hat uns über Umwege erreicht, im Wortlaut, aber mit geschwärzten Namen, und bestätigen können wir sie nur bedingt. Wir erzählen sie trotzdem, weil sie so gut zu dem passt, was wir über die Antarktis denken.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Ein Bericht aus McMurdo.Ein ehemaliger Hubschraubermechaniker der US-Armee schildert, was er 1998 in der Antarktis erlebt haben will. 2017 taucht sein Bericht auf Facebook auf.
  2. Das Himmelseis.Blau wie der Himmel, eiskalt, federleicht, biegsam. Und es löst sich in Luft auf, statt zu schmelzen.
  3. Die Mauer.Von dort soll das Himmelseis stammen. Ein Tunnel hinein sei nach Jahrzehnten wieder zugewachsen.
  4. Information, kein Fakt.Wir können die Geschichte nicht prüfen. Wir erzählen sie, wie sie uns erreicht hat, und lassen die Fragen bei Dir.

Eine Geschichte aus der Antarktis, im Wortlaut erhalten

Am 12. Mai 2017, kurz vor elf Uhr abends, erscheint in einer Facebook-Gruppe von Wahrheitssuchern ein langer Beitrag. Es ist eine Gruppe, in der über das Firmament gesprochen wird. Die Namen sind geschwärzt, und der Bericht beginnt mit einem Satz, der uns sofort neugierig gemacht hat:

„Ich habe nie wirklich an Jesus geglaubt oder das ganze Kirchending mitgemacht, aber ich glaube, ich habe das gesehen, worüber ihr hier redet. Ich wusste damals nur nicht, was es war.“

Im September 2018 zeigt ein kleiner YouTube-Kanal Bildschirmfotos dieses Beitrags in einem Video, unterlegt mit Harfenmusik. Laut Aufrufzähler sehen es sich gut dreihundert Menschen an. In diesem Jahr schließlich landet ein Video bei uns, in dem ein Erzähler genau diesen Text vorliest.

Was wir tatsächlich gesehen haben

Was uns erreicht hat, ist dabei kein Hörensagen: Wir haben den Beitrag selbst gesehen, als Bildschirmfoto, mit Gruppenname, Uhrzeit und sogar den Tippfehlern eines schnell geschriebenen Textes. Weitergereicht wurde also nur das Bild davon, der Wortlaut ist erhalten.

Dieses Bild verrät noch etwas: Gleich in der ersten Zeile steht „Geschrieben von A… M… an mich“. Veröffentlicht hat den Bericht also nicht der Soldat selbst, sondern jemand, dem er seine Geschichte anvertraut hat, und beide Namen sind geschwärzt.

Den Beitrag in der Gruppe haben wir trotz langer Suche nicht wiedergefunden. Wir erzählen Dir die Geschichte in unseren eigenen Worten, mit ein paar Sätzen aus seinem Bericht.

Der Weg der Geschichte: vom Soldaten über einen Empfänger zu Facebook, YouTube und Telegram.
Der Weg der Geschichte: vom Soldaten über einen Empfänger zu Facebook, YouTube und Telegram.Bild: Erdkunde Total
Die Geschichte im Steckbrief
Wo
McMurdo-Station, Antarktis
Wann
erlebt im August 1998, veröffentlicht am 12. Mai 2017
Wer
ein Hubschraubermechaniker der US-Armee, Name geschwärzt
Überliefert
als Bildschirmfoto des Beitrags in einem Video von 2018, im Wortlaut erhalten
Einordnung
Information, kein Fakt. Prüfen können wir die Geschichte nicht.

Der Mann, der nach McMurdo durfte

Der Verfasser dient nach eigener Aussage von 1997 bis 2000 in der US-Armee, als Hubschraubermechaniker und verantwortlicher Bordtechniker. Eines Tages sucht die Armee Freiwillige für einen Einsatz in der Antarktis. Viele melden sich, genommen werden zwei, er und ein Kamerad.

Vorher muss er einen Stapel Fragebögen ausfüllen und mehrere Einzelgespräche führen. Es geht dabei, so schreibt er, vor allem um seine Interessen und um seine Überzeugungen. Warum fragt man einen Mechaniker, woran er glaubt?

Im August 1998 kommt er in McMurdo an, der größten Station auf dem Kontinent. Er enteist Flugzeuge und wartet Hubschrauber. Die Militäreinheit ist klein und hat kaum eigene Einrichtungen, also teilt man alles mit den Forschern, von der Poststelle bis zur Kapelle. Man kommt ins Gespräch, und mit der Zeit freundet er sich mit einigen von ihnen an.

Eine Forschungsstation aus der Luft. Symbolbild für das Leben auf dem Eis.Polarlicht über einer Station im antarktischen Winter. Symbolbild.
So stellen wir uns den Alltag vor, den er beschreibt. Fotos aus seiner Zeit gibt es nicht.Bilder: 1 Bill Henriksen, National Science Foundation · gemeinfrei · Fundstelle; 2 Chris Danals, National Science Foundation · gemeinfrei · Fundstelle

Zwei Arten von Eis

Die Forscher, so erzählt er, arbeiten mit zwei verschiedenen Arten von Eis. Die eine ist das Eis, das wir alle kennen: Man holt es als Bohrkern aus dem Boden, es ist klar oder weiß, und in der Wärme wird es zu Wasser. Dieses Eis bedeckt die ganze Antarktis.

Gesehen hat er die Forscher mit diesem Eis aber nur ein einziges Mal: als ein Filmteam von National Geographic zu Besuch war. Die sichtbare Forschung fand also genau dann statt, als eine Kamera dabei war. Womit aber verbrachten die Forscher den Rest ihrer Zeit, also „fast immer“, wie er schreibt?

Ein Eiskern wird geprüft.Bohren im Eis.Gelagert, Kern für Kern.
Das normale Eis und die Forschung daran, wie man sie kennt.Bilder: 1 Kendrick15435, Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Fundstelle; 2 Helle Astrid Kjær · CC BY 4.0 · Fundstelle; 3 National Ice Core Laboratory, U.S. Geological Survey · gemeinfrei · Fundstelle

Das Himmelseis

Die Antwort in seinem Bericht heißt Himmelseis. In die Labore darf er zwar nie, weil sie angeblich besonders sauber bleiben müssen, aber eines Tages zeigt ihm ein befreundeter Forscher ein Stück davon.

„Es war durch und durch blau.“

„Genau dieselbe Farbe wie der Himmel.“

Daher der Name, so habe es ihm der Forscher erklärt. Was er dann beschreibt, hat uns beim ersten Lesen innehalten lassen.

Blaues Eis in der Nahaufnahme. Symbolbild, das Himmelseis soll noch blauer gewesen sein.
Blaues Eis in der Nahaufnahme. Symbolbild, das Himmelseis soll noch blauer gewesen sein.Bild: Zach Dischner · CC BY 2.0 · Fundstelle

Kälter, leichter, biegsamer

Anfassen kann man das Himmelseis angeblich nur mit dicken Außenhandschuhen, denn das Zeug lässt die Haut sofort gefrieren. Die genaue Temperatur hat er vergessen, nur so viel: Hunderte Grad unter null, viel kälter als das Eis draußen. Der Forscher trägt es in einer Metallflasche, ähnlich einer Thermoskanne.

Zum Vergleich: Die tiefste Temperatur, die je auf der Erde gemessen wurde, liegt bei minus 89 Grad. Aufgezeichnet wurde sie 1983 an der russischen Station Wostok, mitten in der Antarktis. Hunderte Grad unter null, das wäre eine Kälte, für die es in unserem Alltag schlicht kein Bild gibt.

minus 89 Graddie tiefste je gemessene Temperatur, Station Wostok 1983
Hunderte Grad unter nullso hat er das Himmelseis in Erinnerung

Eine Weile darf er ein Stück in der Hand halten. Es fühlt sich leichter an als ein gleich großes Stück gewöhnliches Eis, so leicht, dass man meint, man könnte es hochwerfen und es schwebte einfach wieder herab. Ausprobiert hat er es lieber nicht. Wenn er es biegt, gibt es nach wie Gummi, statt zu brechen. Man kann hindurchsehen, und doch ist selbst ein kleines Stück blau bis an die Oberfläche.

Was ist kälter als das Eis, auf dem es liegt?

Blaues Licht in einer Eishöhle. Symbolbild.Sonnenaufgang am Südpol. Die Kälte dort kennen wir aus Messungen, die des Himmelseises nur aus diesem Bericht.
Bilder: 1 Eric Kilby · CC BY-SA 2.0 · Fundstelle; 2 Calee Allen, NSF/NASA · gemeinfrei · Fundstelle

Es geht in Luft auf

Dann kommt der Teil, den er selbst den seltsamsten nennt: Drinnen in der Wärme wird das Stück kleiner und kleiner, doch der Boden bleibt trocken, und sein Handschuh auch, die ganze Zeit über. Statt zu schmelzen, geht das Himmelseis einfach in Luft auf.

Nach etwa fünfzehn Minuten ist fast alles verschwunden, nur ein winziger Rest bleibt in seiner Hand. So etwas hat er weder vorher noch nachher je gesehen, und das, obwohl er sich schon immer für Naturwissenschaft interessiert. Genau deshalb, glaubt er, sei er damals überhaupt ausgewählt worden: In den Gesprächen ging es vor allem um Wissenschaft und darum, was er über die Dinge glaubte. Da ist sie wieder, unsere Frage vom Anfang.

Was wird zu Luft, ohne vorher Wasser zu werden?

Eine Wolkendecke von oben. Symbolbild für ein Eis, das sich in Luft auflöst.
Eine Wolkendecke von oben. Symbolbild für ein Eis, das sich in Luft auflöst.Bild: Alvesgaspar · CC BY-SA 3.0 · Fundstelle

Warum alle in der Antarktis forschen

Der Forscher hat dafür eine Erklärung. Man könne das Himmelseis unmöglich nach Amerika bringen, unterwegs verdampfe es restlos. Die Russen hätten genau dieselbe Erfahrung gemacht. Deshalb, so sagt er, hätten alle ihre Stationen direkt dort in der Antarktis.

Dutzende Forschungsstationen auf einem Kontinent, auf dem dauerhaft niemand lebt. Ist das der Grund?

Die Staaten des Antarktisvertrags, Karte der US-Regierung von 1984.
Die Staaten des Antarktisvertrags, Karte der US-Regierung von 1984.Bild: CIA 1984, Library of Congress · gemeinfrei · Fundstelle

Das Firmament und der Saphir

An dieser Stelle blendet das Video zwei Bibelstellen ein. Wir geben sie Dir hier im Wortlaut der Lutherbibel von 1912 wieder, denn sie berühren genau das, was uns an der Geschichte am meisten bewegt.

„Und über dem Himmel, so oben über ihnen war, war es gestaltet wie ein Saphir, gleichwie ein Stuhl; und auf dem Stuhl saß einer gleichwie ein Mensch gestaltet.“
Hesekiel 1,26

„Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also.“
1. Mose 1,7

Die Feste, das ist das Firmament, und ein Saphir ist blau. Ob hier ein Bild gemeint ist oder eine Beschreibung, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Uns jedenfalls lässt diese Verbindung zum blauen Eis aus dem Bericht so schnell nicht los.

Geschliffene Saphire.Licht, das durch Wasser fällt.
Ein Saphir über dem Himmel, Wasser über der Feste.Bilder: 1 W.carter, Wikimedia Commons · CC BY 4.0 · Fundstelle; 2 Olivier Dugornay/Ifremer · CC BY 4.0 · Fundstelle

Die Mauer am Rand der Welt

Während seiner ganzen Zeit in McMurdo hört er die Leute immer wieder von „der Mauer“ sprechen, wie von einem besonderen Ort. Eiswände gibt es in der Antarktis überall, aber die bestehen aus ganz gewöhnlichem Eis. Also fragt er seinen Freund, woher das Himmelseis kommt. Die Antwort: von der Mauer.

Sie liege Hunderte Meilen landeinwärts, also viele hundert Kilometer von der Küste entfernt, eine gewaltige Wand aus Himmelseis. Der Forscher nennt sie „das größte natürliche Bauwerk der Welt“. Gesehen hat er sie selbst nie, denn er war fest in McMurdo stationiert.

Hier wird die Geschichte für uns besonders spannend, denn eine Mauer aus Eis am Rand der Welt ist genau das, was wir als Eisring kennen: der Rand, der nach unserer Überzeugung die Ebene umschließt, auf der wir leben. Warum uns eine solche Grenze auch physikalisch einleuchtet, haben wir in unserem Beitrag Wo die Wand fehlt, mischt sich alles beschrieben. Eine Wand trennt, was sich sonst vermischen würde. Was auch immer hinter dieser Wand liegt: Durchgekommen ist laut dem Bericht bis heute keiner.

Die Kante des Ross-Schelfeises. Symbolbild für eine Eiswand.Eine Gletscherwand in der Antarktis. Symbolbild.
Eiswände gibt es viele. Die Mauer des Berichts hat, soweit wir wissen, niemand fotografiert.Bilder: 1 Michael Van Woert, NOAA · gemeinfrei · Fundstelle; 2 owamux · CC BY 2.0 · Fundstelle

Ein Tunnel, der sich wieder schließt

Was der Forscher dann erzählt, klingt beinahe wie aus einem Roman. In den 1960er-Jahren habe die US-Armee einen Tunnel in die Mauer bohren wollen. Keine Maschine hielt damals der Kälte stand. Also habe man zuerst in Grönland geübt, Eistunnel angelegt und neue Bohrmaschinen für extreme Kälte gebaut. Danach ging es mit der fertigen Maschine an die Mauer.

Uns fällt dabei die Zeit auf. Der Antarktisvertrag, der den ganzen Kontinent der friedlichen Forschung vorbehält, wurde 1959 unterzeichnet. Wenige Jahre später will die Armee laut dem Bericht in die Mauer bohren. Zufall?

Fünf, vielleicht zehn Meilen tief soll die Bohrung gegangen sein. Das sind acht bis sechzehn Kilometer, so weit wie einmal quer durch eine Großstadt, und das durch massives Eis. Herausgekommen ist man auf der anderen Seite nie, und wie dick die Mauer ist, sei bis heute ein Rätsel. Erst sei der Boden des Tunnels massiver Fels gewesen, nach ein, zwei Meilen dann Himmelseis. An diesen Teil, schreibt der Verfasser selbst, erinnere er sich womöglich falsch.

8 bis 16 Kilometerso tief soll die Bohrung gegangen sein, einmal quer durch eine Großstadt
wenige Jahrzehntedann war der Tunnel wieder zugewachsen

Die Mauer heilt

Dann das Erstaunlichste: Nach einem Jahr ist der Tunnel so eng geworden, dass die Bohrmaschine darin zurückbleiben muss. Nach ein paar Jahrzehnten ist er ganz verschwunden, die Mauer wieder fest.

Heute, so der Forscher, wolle man die Dicke anders bestimmen, mit Erdbebensensoren entlang der ganzen Mauer. Aus dem Signal eines Bebens lasse sich ablesen, wie dick sie ist. Der Verfasser gibt ehrlich zu: „Da hat er mich ein bisschen abgehängt.“

Wie dick ist eine Mauer, die man nach zehn Meilen noch immer nicht durchstoßen hat?

Kamerablick in ein Bohrloch im antarktischen Eis. Symbolbild.
Kamerablick in ein Bohrloch im antarktischen Eis. Symbolbild.Bild: NASA · gemeinfrei · Fundstelle

Die Karte

Nach seiner Rückkehr denkt er lange kaum noch an all das, bis er wenige Wochen vor seinem Beitrag eine Karte sieht. Sie ist flach, sie sieht für ihn „verrückt“ aus, und sie zeigt eine Mauer, die sich rund um die ganze Erde zieht.

Seitdem sucht er nach dem Himmelseis und nach der Mauer, und er findet nichts. Jetzt fragt er sich, ob es da einen Zusammenhang geben könnte. Deshalb wendet er sich an die Gruppe, in der Hoffnung, dass seine Erfahrung jemandem weiterhilft.

Welche Karte er gesehen hat, sagt er leider nicht. Karten dieser Art gibt es seit Jahrhunderten, zwei besonders schöne zeigen wir Dir hier. Wenn Dich die Frage nach der Gestalt der Erde grundsätzlich interessiert, findest Du unseren Einstieg im Beitrag Ist die Erde wirklich eine Kugel?

Alexander Gleason, 1892: die Welt als Ebene, rundum umgeben von Eis.Urbano Monte, 1587: die Welt vom Nordpol aus gesehen.
Zwei alte Karten, die die Welt von oben zeigen.Bilder: 1 A. Gleason 1892, Boston Public Library / Leventhal Map Center · gemeinfrei · Fundstelle; 2 Urbano Monte 1587, David Rumsey Map Collection · gemeinfrei · Fundstelle

Und die Fotos vom Himmelseis?

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, ob es denn wenigstens Bilder gibt. Das Video zeigt tatsächlich drei blaue Fundstücke. Wir haben nachgesehen, was sie sind: ein sogenannter Skystone aus Sierra Leone, den man im Handel kaufen kann, ein selbst gezüchteter Kupfersulfat-Kristall und ein Brocken blaues Eis, der 2018 aus der Toilette eines Flugzeugs auf ein Dorf in Indien gefallen ist.

Die Bilder sind also genau das, was sie sind, und ehrlich gesagt ist das auch völlig logisch. Denken wir die Geschichte einmal zu Ende: ein Stoff, der sich auf jedem Transport in Luft auflöst, untersucht in Laboren, die kaum jemand betreten darf, geholt von einer Mauer, zu der keiner fährt. Wer bitte hätte das fotografieren sollen?

Wer für diese Geschichte ein Originalfoto als Beleg verlangt, denkt, mit Verlaub, von der Wand bis zur Tapete.

Ein gezüchteter Kupfersulfat-Kristall, Naturkundemuseum Lille. So etwas zeigt das Video als „Himmelseis“.
Ein gezüchteter Kupfersulfat-Kristall, Naturkundemuseum Lille. So etwas zeigt das Video als „Himmelseis“.Bild: Lamiot, Naturkundemuseum Lille · CC BY-SA 4.0 · Fundstelle

Was wir daraus machen

Der Bericht liegt im Wortlaut vor, aber mit geschwärzten Namen, er ist über mehrere Stationen zu uns gelangt, und der Verfasser gibt selbst Erinnerungslücken zu. Prüfen können wir diese Geschichte nicht, wir nehmen sie als das, was sie ist: eine Information.

Und doch: Ein Eis so blau wie der Himmel, von einer Mauer am Rand der Welt, durch die niemand hindurchkommt und die sich selbst wieder verschließt, das fügt sich für uns erstaunlich gut in das Bild, von dem wir überzeugt sind: eine Erde, umschlossen vom Eisring, überspannt vom Firmament.

Ob der Mann wirklich erlebt hat, was er beschreibt, wissen wir nicht. Aber eine Frage geben wir Dir gern mit auf den Weg: Was hättest Du ihn gefragt?

Bleib wachsam und hinterfrage alles!

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Ein herzliches Dankeschön

Diese Geschichte hat uns über ein Video auf Telegram erreicht, in dem ein Erzähler den Bericht vorliest. Ihm danken wir ebenso wie dem Kanal Yupyup0123, der den Beitrag 2018 auf YouTube bewahrt hat, dem Menschen, der ihn 2017 öffentlich gemacht hat, und natürlich dem unbekannten Verfasser, der seine Erfahrung geteilt hat. Mit fremden Federn wollen wir uns auf keinen Fall schmücken.

Die Antarktis und das Firmament begleiten uns schon lange. Wer dazu recherchiert, stößt früher oder später auf Geschichten wie diese.

Zum Video: „Flat Earth – The Dome“

Nochmals vielen Dank!

Beste Grüße
#erdkundetotal

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