Neues Rathaus Dresden: Fünf Jahre, Holz und ein Turm?

ERDKUNDE Dresden

Neues Rathaus Dresden: Fünf Jahre, Holz und ein Turm?

Das Neue Rathaus Dresden: sechs Höfe, viel Sandstein und ein Turm von hundert Metern in fünf Jahren. Wir haben die Arbeiter auf den Fotos gezählt.

12.10.2026 20 Min Lesezeit 4.257 Worte
Kolorierte Postkarte des Neuen Rathauses in Dresden von 1911 mit Turm und Rathausmann.
Das Neue Rathaus im Jahr 1911, ein Jahr nach der Einweihung: rotes Ziegeldach, goldene Figur, davor ein Platz mit Rasen und Kandelabern.Bild: Brück & Sohn Kunstverlag Meißen, 1911 · Brück & Sohn / Wikimedia Commons · CC0

Stell Dich einmal vor das Neue Rathaus Dresden am Dr.-Külz-Ring und leg den Kopf in den Nacken. Über Dir wächst ein Turm in den Himmel, ganz oben glänzt eine goldene Figur mit ausgestrecktem Arm. Die Dresdner nennen sie liebevoll den Rathausmann, und wer einmal hier gestanden hat, vergisst diesen Anblick kaum.

Das Neue Rathaus soll in nur fünf Jahren entstanden sein: Grundstein im September 1905, Einweihung im Oktober 1910, so steht es in den Geschichtsbüchern. Dabei hat es sechs Höfe, fast einen halben Kilometer Fassade und einen Turm von hundert Metern, und es entstand in einer Zeit, in der auf Dresdens Straßen noch Pferde die Lasten zogen.

Bei jedem Bau dieser Reihe stellen wir dieselben drei Fragen: Wie war dieses Tempo möglich, wie gelang es mit den einfachen Mitteln von damals, und wo sind die Belege, die es zeigen? Beim Neuen Rathaus gibt es, anders als bei den meisten Dresdner Gebäuden, sogar Fotos der Baustelle. Umso dankbarer sind wir dafür und zeigen Dir jedes, bei dem wir sicher sind, was es zeigt. Ausgerechnet diese Bilder haben uns allerdings mehr Fragen beschert, als wir erwartet hatten.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Fünf Jahre für einen Riesen.Grundstein am 29. September 1905, Einweihung am 1. Oktober 1910: sechs Höfe, rund 246.000 Kubikmeter umbauter Raum und ein Turm von 100,30 Metern.
  2. Mit Holz, Pferd und Menschenhand.Die Baustellenfotos zeigen Holzgerüste, Leitern und Pferdewagen. Einen Kran sehen wir auf keinem.
  3. Kaum Menschen auf den Fotos.Erklärt wird uns solches Tempo immer wieder mit Hunderten Arbeitern rund um die Uhr. Auf den neun Fotos, die wir ausgezählt haben, sind es nie mehr als gut dreißig.
  4. Der große Moment ohne Foto.Im April 1908 kommt der goldene Rathausmann auf den Turm, die Zeitungen berichten Tag für Tag. Ein Foto davon haben wir nirgends gefunden.
  5. Unsere Sicht.Unsere Fragen bleiben offen. Schau Dir die Bilder an und bilde Dir Dein eigenes Urteil.
Steckbrief Neues Rathaus Dresden
Wo
Dr.-Külz-Ring 19, Innere Altstadt, zwischen Rathausplatz, Kreuzstraße und Schulgasse
Bauzeit
1905 bis 1910 (erster Bau), Grundstein 29. September 1905, Einweihung 1. Oktober 1910
Bauherr
Stadt Dresden, Oberbürgermeister Gustav Otto Beutler
Architekten
Karl Roth (Entwurf) und der frühere Stadtbaurat Edmund Bräter (Grundrisse, Bauleitung)
Maße
Grundfläche rund 10.000 Quadratmeter, Fassaden 130, 72, 135 und 130 Meter lang, Turm 100,30 Meter mit Figur
Material
Straßenfronten aus Elbsandstein, im Haupttreppenhaus Marmor der Sorte „Ungarisch-Grau“
Kosten
9 Millionen Mark, davon 1,5 Millionen für die Einrichtung
Heute
Sitz der Stadtverwaltung, Turm mit Führung über 270 Stufen bis zur Plattform in 68 Metern Höhe

Das Neue Rathaus Dresden: gebaut wie ein Schloss

Wer das Neue Rathaus von der Ringstraße aus betrachtet, sieht zuerst die lange Front mit ihren Arkaden. Darüber reihen sich die Fenster in fünf Geschossen, gekrönt von einem mächtigen Dach mit Gauben. Aus der Mitte erhebt sich der Turm, achteckig, fast rund, mit Galerie, Uhr und einer geschwungenen Haube.

Hauptfassade des Neuen Rathauses in Dresden an der Gewandhausstraße aus dem Erinnerungsleporello zur Einweihung 1910.
Die Hauptfassade an der früheren Gewandhausstraße, aus dem Erinnerungsheft zur Einweihung 1910.Bild: Oscar Rothe, 1910 · Wikimedia Commons (Leporello zur Einweihung am 1. Oktober 1910) · gemeinfrei

Innen ging die Pracht weiter: Eine doppelt geschwungene Treppe mit Putten und Figurengruppen führte nach oben, der große Festsaal trug Deckengemälde und schwere Kronleuchter. Wer nach 1910 durch diese Räume ging, stand nicht in einer Amtsstube, sondern in einem Palast der Bürger.

Das Haupttreppenhaus des Neuen Rathauses in Dresden mit doppelläufiger Treppe und Puttenfiguren, 1910.Der Große Festsaal des Neuen Rathauses in Dresden mit gedeckten Tafeln, 1910.
So zeigte das Erinnerungsheft zur Einweihung die Räume. Manche Ausmalung wurde erst nach der Einweihung fertig, ein Großteil ging 1945 verloren.Bilder 1 und 2: Oscar Rothe, 1910 · Wikimedia Commons (Leporello zur Einweihung am 1. Oktober 1910) · gemeinfrei

Bleibt noch der Rathausmann, entworfen vom Bildhauer Richard Guhr und getrieben aus achtzehn Teilen Kupferblech, jedes nur anderthalb Millimeter stark. Er wiegt 1.750 Kilogramm, etwa so viel wie ein Auto, und steht in gut 94 Metern Höhe, mit ihm misst der Turm 100,30 Meter. Schon sein Gipsmodell wog 2.300 Kilogramm.

Der frisch vergoldete Rathausmann am Boden vor dem Wiederaufsetzen auf den Rathausturm im Juli 2006.Der goldene Rathausmann auf dem Turm des Neuen Rathauses in Dresden in Nahaufnahme, 2024.
Gut fünf Meter vom Sockel bis zur Krone, vergoldet, mit erhobener Hand über der Stadt.Bilder: 1 Jens Maus, 2006 (01.07.2006) · Wikimedia Commons · gemeinfrei; 2 Danilo Staffeth, 2024 (11.05.2024) · Erdkunde Total · Erdkunde Total, 2024 (11.05.2024)

Wer aber hat den Moment festgehalten, als diese Figur 1908 auf über neunzig Meter Höhe kam?

So will es die offizielle Darstellung

Die Geschichte des Neuen Rathauses beginnt lange vor dem ersten Spatenstich. Dresden wuchs rasant, zwischen 1830 und 1900 laut der Stadt von 68.000 auf 396.000 Einwohner, und das Alte Rathaus am Altmarkt drohte aus allen Nähten zu platzen, also beschloss man 1888 einen Neubau. Dann begann das lange Warten: Die Grundstücke zwischen Ringstraße und Kreuzstraße mussten Stück für Stück zusammengekauft werden.

Erst im Juni 1900 schrieb die Stadt einen Wettbewerb aus. Achtzig Entwürfe gingen ein, mit rund neunhundert Blatt Zeichnungen, und das Preisgericht verteilte seine Preise auf mehrere Bewerber. Drei Jahre später folgte ein zweiter Wettbewerb mit 94 Entwürfen. Wieder blieb der erste Preis offen, verteilt wurden vier gleiche zweite. Einer davon ging an einen jungen Architekten namens Karl Roth, noch keine dreißig Jahre alt.

Im Mai 1904 entschieden die Stadtverordneten: Gebaut wird nach Roths Entwurf und nach der Raumaufteilung des Stadtbaurats Edmund Bräter. Um den Turm wurde danach noch fast ein Jahr gestritten. Erst als die Güntzsche Stiftung 600.000 Mark für Turm und Schmuck zusagte, war er im April 1905 beschlossen. Die Stadt schreibt, der König habe 1905 bestimmt, dass dieser Turm den Schlossturm nicht überragen dürfe. Ein zeitgenössischer Beleg dafür steht noch aus.

Wohn- und Geschäftshäuser An der Kreuzkirche 8 bis 10 in Dresden kurz vor ihrem Abbruch für den Rathausneubau.
Die alten Häuser An der Kreuzkirche, mit Pferdefuhrwerk davor. Die Fotothek datiert das Bild auf um 1904, doch am linken Rand steht schon das runde Gerüst des Rathausturms.Bild: Oscar Rothe, um 1904 (laut Fotothek; das sichtbare Turmgerüst spricht eher für 1906/07) · SLUB / Deutsche Fotothek · gemeinfrei

Grundstein, Bau und Kosten

Für den Bauplatz kaufte die Stadt die Grundstücke der Landständischen Bank und der Superintendentur hinzu, das Palais Loß und mehrere alte Bürgerhäuser wurden abgebrochen. Mit dem Aushub der Baugrube begann man nach Angaben der Stadt am 27. April 1905. Am 29. September 1905 legte man im Beisein von König Friedrich August dem Dritten den Grundstein. Danach ging es Schlag auf Schlag:

Der Bau in Datenlaut Quelle
Beschluss zum Neubau1888
Erster Wettbewerbausgeschrieben Juni 1900, 80 Entwürfe
Zweiter Wettbewerb1903, 94 Entwürfe, vier gleiche zweite Preise
Entscheidung für Roth und BräterMai 1904
Beginn der Baugrube27. April 1905
Grundsteinlegung29. September 1905
Turm wird aufgemauertab 1906
Rathausmann auf dem TurmApril 1908
Rohbau stehtMitte 1908
Einweihung1. Oktober 1910

Zwei kleine Rätsel am Rand haben uns dabei zum Schmunzeln gebracht. Auf der Seite der Stadt lesen wir, das originale Uhrwerk der Rathausuhr laufe zuverlässig „seit 1903“, das wäre zwei Jahre vor dem Grundstein. Wie groß der Rathausmann ist, sagt wiederum jedes Blatt der Stadt anders: 4,90 Meter, 5,05 Meter, 5,40 Meter oder 5,60 Meter. Die Zeitungen von 1908 schrieben 5,80 Meter. Das sind Kleinigkeiten, gewiss, aber sie zeigen, wie vorsichtig man selbst mit amtlichen Angaben umgehen sollte.

Auch die Kosten sind genau überliefert. 1905 rechnete man mit sieben Millionen Mark und schlug noch eine halbe Million obendrauf, ausdrücklich als Sicherheit gegen zu knapp kalkulierte Preise und steigende Löhne der Bauhandwerker. Am Ende waren es nach dem Bericht des Architekten selbst neun Millionen Mark. Siebzehn Jahre Beratung und fünf Jahre Bau, so jedenfalls erzählt es die offizielle Geschichte.

Siebzehn Jahre, um sich auf einen Entwurf zu einigen, und nur fünf, um ihn zu bauen?

Fünf Jahre Bauzeit: Nehmen wir die Zahlen einmal beim Wort

Damit sind wir bei der ersten und wichtigsten Frage dieser Reihe, dem Tempo.

Karl Roth hat 1910 selbst aufgeschrieben, wie groß sein Bau geworden ist: 226.000 Kubikmeter umbauter Raum für das Haus, rund 20.000 für den Turm, zusammen also rund 246.000 Kubikmeter. Damit rechnen wir jetzt einmal, ausdrücklich als Überschlag und Gedankenspiel mit den offiziellen Zahlen.

Von der ersten Schaufel in der Baugrube bis zum fertigen Rohbau vergingen laut der Stadt gut drei Jahre, vom 27. April 1905 bis Mitte 1908. Das sind rund 1.160 Tage, ohne die Sonntage bleiben etwa tausend Arbeitstage. Dann wuchs dieses Rathaus an jedem einzelnen Arbeitstag um rund 250 Kubikmeter, das entspricht einem Würfel von gut sechs Metern Kantenlänge an umbautem Raum, also Räume samt Wänden, Decken und Dach, und das Tag für Tag, drei Jahre lang.

467 Meter FassadeDie vier Fronten zusammen, an den Straßenseiten in Elbsandstein, gefügt in gut drei Jahren Rohbau.
17 Jahre beraten, 5 Jahre gebautVom Beschluss 1888 bis zum Grundstein vergingen mehr als dreimal so viele Jahre wie vom Grundstein bis zur Einweihung.

Wenn wir bei unseren Vorträgen oder im Gespräch fragen, wie solche Bauzeiten möglich waren, hören wir fast immer dieselbe Erklärung. Hunderte, ja Tausende Arbeiter seien im Einsatz gewesen, viele davon Gastarbeiter, und gearbeitet worden sei rund um die Uhr, auch sonntags und bis tief in die Nacht. Für das Neue Rathaus nennt keine Quelle, die wir gelesen haben, eine Zahl. Ob die Erklärung trägt, prüfen wir gleich an den Fotos.

Rund 250 Kubikmeter an jedem Arbeitstag, drei Jahre lang. Wie war dieses Tempo möglich?

Holz, Pferd und Menschenhand: die Mittel von damals

Womit aber wurde damals gebaut? Auf den Baustellenfotos, die wir Dir gleich zeigen, sehen wir vor allem Holz: Balken, Bohlen, Leitern, Schubkarren, Bretterbuden und Pferdewagen. In der Baugrube von 1905 steht eine einzelne Maschine mit Schwungrad. Einen Turmdrehkran, einen Autokran oder einen Lastwagen entdecken wir auf keinem Bild. Wie kamen die Sandsteinblöcke für die Fassade in den vierten und fünften Stock? Wie gelangte der Turm Stein um Stein in die Höhe? Die Fotos zeigen das Ergebnis jedes Bauabschnitts, den Vorgang selbst zeigen sie uns kaum.

Auf manche Fragen haben wir in keiner Quelle eine Antwort gefunden. Aus welchem Steinbruch kam der Sandstein, und wie viele Fuhren waren nötig, um ihn heranzuschaffen? Ein Geologe schrieb 1922, der Sandstein sei seit alters „per Achse“ oder über die Elbe nach Dresden gekommen. Per Achse heißt: auf dem Wagen, gezogen vom Pferd. Selbst für die Figur auf der Turmspitze nennen die Zeitungen von 1908 nur Flaschenzug und Winden.

Fuhre um Fuhre Sandstein, herangefahren mit dem Pferdewagen und hochgezogen im Holzgerüst, und das in drei Jahren?

Die Belege: achtzehn Fotos aus der Fotothek

Bleibt die Frage nach den Belegen. Bei der Frauenkirche sind wir auf kein einziges Bild ihrer Baustelle von 1726 gestoßen. Beim Neuen Rathaus sieht das anders aus. Allein in der Deutschen Fotothek haben wir achtzehn Aufnahmen aus den Jahren 1905 bis 1909 gefunden, die meisten von den Fotografen Oscar Rothe und Arthur Rothenberger. Weitere zeigt die Stadt in ihrem Faltblatt, darunter die Grundsteinlegung.

Die ersten Bilder zeigen eine riesige Grube mitten in der Altstadt. Arbeiter mit Mützen und Hüten stehen auf Bohlenstegen, dazwischen Holzböcke, Bretterbuden und ein Pferdewagen. Hinten ragen die Brandmauern der abgerissenen Häuser auf, und auf mehreren Bildern wacht im Hintergrund der Turm der Kreuzkirche.

Arbeiter bei den Grundbauarbeiten für das Neue Rathaus in Dresden, im Hintergrund die Südseite der Kreuzkirche.Grundbauarbeiten für das Neue Rathaus an der Kreuzstraße in Dresden mit Blick auf die Kreuzkirche.Weite Baugrube des Neuen Rathauses in Dresden im September 1905, links die eingerüstete Kreuzkirche.Baustelle des Neuen Rathauses in Dresden im März 1906 mit Blick nach Nordwesten zur Kreuzkirche.
Die Baugrube in den ersten Monaten. Gegraben, getragen und gezogen wird von Hand und mit dem Pferd.Bilder: 1 und 2 Arthur Rothenberger, 1905/1906; 3 Arthur Rothenberger, 1905 (11.09.1905); 4 Arthur Rothenberger, 1906 (07.03.1906) · alle SLUB / Deutsche Fotothek · gemeinfrei

Von der Grube zum Rohbau

Im März 1906 stieg der Fotograf auf den Turm der Kreuzkirche und hielt die ganze Baustelle von oben fest. Man erkennt ein Raster aus Kellermauern, so weit das Auge reicht, und in der Mitte einen runden Ring aus Holz. Dort wächst der Turm.

Blick vom Turm der Kreuzkirche auf die Baustelle des Neuen Rathauses in Dresden im März 1906.
18. März 1906, vom Turm der Kreuzkirche gesehen: das ganze Baufeld, in der Mitte der runde Gerüstring am Fuß des Turms.Bild: Oscar Rothe, 1906 (18.03.1906) · SLUB / Deutsche Fotothek · gemeinfrei

Von da an wächst der Bau in einem Tempo, das uns staunen lässt. Im Mai 1906 steht der Gerüstring schon mehrere Stockwerke hoch. Im Juli zieht sich ein langes Holzgerüst die ganze Ringstraße entlang. Im März 1907 steckt das gesamte Gebäude mehrgeschossig in Gerüsten, und im Sommer 1907 ragt der Turm aus dem Hof wie ein hölzerner Leuchtturm.

Rohbau von Ratskeller und Turmsockel des Neuen Rathauses in Dresden im Mai 1906, im Hintergrund das Gewandhaus.Gerüste des Neuen Rathauses an der Ringstraße in Dresden im Juli 1906, dahinter die Kreuzkirche.
Erst der Ring um den Turm, dann ein Gerüst die ganze Ringstraße entlang.Bilder: 1 Oscar Rothe, 1906 (28.05.1906); 2 Oscar Rothe, 1906 (26.07.1906) · beide SLUB / Deutsche Fotothek · gemeinfrei
Der eingerüstete Rohbau des Neuen Rathauses in Dresden im März 1907 von der Ringstraße aus.Innenhof und eingerüsteter Turm des Neuen Rathauses in Dresden im August 1907.Das fast fertige Neue Rathaus in Dresden im August 1908 mit Turm und Dachreitern, Gerüste sind abgebaut.
Zwei Jahre, drei Bilder. Aus der Grube wird ein Rathaus.Bilder: 1 Oscar Rothe, 1907 (17.03.1907); 2 Oscar Rothe, 1907 (17.08.1907); 3 Oscar Rothe, 1908 (13.08.1908) · alle SLUB / Deutsche Fotothek · gemeinfrei

Eine Handvoll Fotografen, rund zwei Dutzend bekannte Aufnahmen, fünf Jahre Baustelle mitten in der Altstadt. Sind das viele oder erstaunlich wenige?

Wo sind die vielen Arbeiter?

Auf den Fotos können wir die Erklärung mit den Hunderten Arbeitern selbst prüfen, und das ist bei Bauten dieser Reihe selten. Also haben wir nachgezählt, Foto für Foto.

AufnahmeWen wir erkennen (unsere Zählung)
Grundbau, 1905gut 20 Menschen, viele stehen still und schauen in die Kamera
Kellermauern an der Kreuzstraße, 1905rund 20 auf dem Baufeld, dazu Passanten auf der Straße
11. September 1905rund 15
7. März 1906rund 20
18. März 1906, vom Kreuzkirchturmbei dieser Auflösung niemand zu erkennen
28. Mai 1906, Turmsockelrund 20, einige davon verwischt
26. Juli 1906, Gerüst an der Ringstraßeauf dem Gerüst niemand zu erkennen
17. März 1907, der ganze Bau im Gerüstauf dem Gerüst niemand zu erkennen, unten ein paar Passanten
17. August 1907, Hof und Turmgut 30, fast alle stehen still und schauen in die Kamera

Auf keinem einzigen Foto kommen wir auch nur auf fünfzig Menschen. Gerade dort, wo am meisten los sein müsste, auf den großen Gerüsten an Fassade und Turm, entdecken wir fast niemanden. Gewiss, ein Foto zeigt nur einen Augenblick und nur einen Ausschnitt der Baustelle. Doch hier liegen neun Augenblicke aus gut zwei Jahren vor, aufgenommen aus ganz verschiedenen Richtungen.

Vergrößerter Ausschnitt: Arbeiter und Herren in Anzug und Hut stehen still auf den Bohlenstegen der Rathausbaugrube 1905.Vergrößerter Ausschnitt: zwei Maurer an einer Ziegelwand der Rathausbaustelle im Mai 1906, daneben verwischte Gestalten.Vergrößerter Ausschnitt: das hölzerne Gerüst um den Rathausturm im März 1907.
Unsere Ausschnitte, zweifach vergrößert aus den Fotos der Deutschen Fotothek. Schau selbst genau hin.Bilder: 1 Arthur Rothenberger, 1905/1906; 2 Oscar Rothe, 1906 (28.05.1906); 3 Oscar Rothe, 1907 (17.03.1907) · alle SLUB / Deutsche Fotothek · gemeinfrei

Schau Dir diese Ausschnitte in Ruhe an. Viele Männer stehen still, die Hände in den Taschen oder auf die Schaufel gestützt, manche in Anzug, Weste und Hut, und blicken direkt in die Kamera. Für das Foto wurde offenbar die Arbeit angehalten. Andere Gestalten sind verwischt und fast durchsichtig, wie Schatten zwischen den Ziegeln. Die übliche Erklärung lautet: Die Belichtung dauerte damals lange, und wer sich bewegte, verschwamm. Manches davon wirkt auf uns trotzdem seltsam, aber urteile selbst.

Noch etwas fällt uns auf: Die Fassungen, die uns die Fotothek frei zur Verfügung stellt, sind zwischen 862 und 1.600 Bildpunkten breit. Das ist die Größe der Digitalfassung, über die Schärfe der Aufnahme von damals sagt sie wenig. Gerade die großen Gerüstbilder lassen sich damit kaum vergrößern. Wer dort oben steht, womit er arbeitet und wie die Steine nach oben kommen, verschwimmt genau da, wo wir am genauesten hinschauen möchten. Wie viel mehr würden wir sehen, wenn wir diese Bilder einmal in voller Schärfe vor uns hätten?

Hunderte Arbeiter rund um die Uhr, so lautet die Erklärung, doch auf den Fotos zählen wir nie mehr als gut dreißig. Wo sind die anderen?

Der Rathausmann: ein großer Moment ohne Foto

Stell Dir den April 1908 vor. Dresden zählt über eine halbe Million Einwohner und gehört zu den größten Städten des Deutschen Reiches. Mitten in der Altstadt wächst das neue Rathaus, und nun soll seine Krönung hinauf: eine vergoldete Figur aus Kupfer, 1.750 Kilogramm schwer, auf einen Turm von über neunzig Metern. Laut der Zeittafel des Stadtarchivs dauerten Aufstellung und Befestigung vom 9. bis zum 15. April 1908, eine ganze Woche lang.

Das ist der Moment, auf den eine ganze Stadt gewartet hat, und die Zeitungen berichten Tag für Tag. Am 9. April verlässt der „Schutzgeist Dresdens“ laut den Dresdner Nachrichten die Werkstatt, ein „sehr gewichtiger Herr“ von 35 Zentnern samt Eisengerüst. Am 14. April „leuchtet die vergoldete Figur“ schon „weithin“ über die Stadt, „noch halb unter den umgebenden Montage-Gerüsten verborgen“. Seit drei Jahren begleiten Fotografen diese Baustelle, Oscar Rothe kommt mit seiner Kamera immer wieder. Trotzdem haben wir kein einziges Foto gefunden, das den Rathausmann auf dem Weg nach oben zeigt, weder bei der Stadt noch in der Fotothek oder auf Wikimedia Commons. Auch in zehn Zeitungsmeldungen aus diesen Tagen ist von einer Aufnahme keine Rede.

Wie die Figur hinaufkam, beschreiben die Zeitungen sogar genau. Zerlegt in drei Teile, sollte sie „ein Flaschenzug“ im Innern des Turmes „bis zur Höhe des Sandstein-Turmmauerwerkes (rund 80 Meter)“ heben. Die Winden standen „in der ersten Etage und unterhalb der Haubenkonstruktion“. Dann musste der Koloss aus der Haube hinaus auf die Gerüste und „von außen her auf die Haube gesetzt“ werden, Kopf und Arm kamen erst oben dazu. Das ist so genau beschrieben, dass wir es uns vorstellen können, nur sehen können wir es nicht. Was es gibt, ist ein Foto der Figur im Atelier, das die Stadt auf 1910 datiert, obwohl sie auf Rothes Aufnahme vom August 1908 längst oben steht. Ein Davor und ein Danach, den Moment dazwischen suchen wir vergeblich.

Vergrößerter Ausschnitt: die Turmspitze des Neuen Rathauses Dresden im Holzgerüst im August 1907, noch ohne Figur.Leerer Bildrahmen mit Fragezeichen: Das Aufsetzen des Rathausmanns im April 1908, kein Foto gefunden.Vergrößerter Ausschnitt: die Turmspitze des Neuen Rathauses Dresden im August 1908 mit dem Rathausmann.
Davor und danach gibt es Bilder. Für den Moment dazwischen bleibt der Rahmen leer.Bilder: 1 Oscar Rothe, 1907 (17.08.1907); 3 Oscar Rothe, 1908 (13.08.1908) · SLUB / Deutsche Fotothek · gemeinfrei; 2 Erdkunde Total, 2026

Zum Vergleich: Als der Rathausmann 2006 nach seiner Restaurierung zurückkehrte, schwebte er laut Amtsblatt der Stadt „am Kran in die luftige Höhe von 95 Metern“. Davon gibt es Fotos in Menge und sogar eine Dokumentation auf DVD. Hundert Jahre früher, bei der ersten und weit schwierigeren Fahrt nach oben, soll das niemand festgehalten haben? Vielleicht liegt ein solches Bild in einem Archiv, das uns bisher verschlossen blieb, und wir suchen weiter. Vielleicht schlummert ein Foto vom April 1908 noch in einem Dresdner Familienalbum oder auf einem Dachboden. Falls Du eines kennst, freuen wir uns über eine Zeile an info@erdkundetotal.com.

Eine der größten Städte des Reiches, ihr neues goldenes Wahrzeichen, eine Woche Arbeit in neunzig Metern Höhe, Tag für Tag in der Zeitung, und kein einziges Foto?

Was man sich erzählt

Unter Wahrheitssuchern begegnen uns zu den Prachtbauten dieser Zeit vor allem zwei Überlegungen. Die erste sagt, die Baumeister um 1900 hätten über Wissen und Techniken verfügt, die heute vergessen sind. Nur so lasse sich erklären, dass in ganz Europa in wenigen Jahrzehnten Rathäuser, Bahnhöfe, Museen und Theater in einem Tempo und einer Pracht entstanden, die wir heute kaum noch erreichen.

Die zweite geht weiter und fragt, ob manche dieser Bauten älter sind als ihre Bauakten und ob die Gerüste auf den alten Fotos eher eine Freilegung oder Erneuerung zeigen als einen Neubau. Beim Neuen Rathaus sprechen die Bilder der Baugrube eher für einen echten Neubau. Was uns trotzdem beschäftigt, ist das Tempo. Denn Dresden steht damit nicht allein: Leipzig baute sein Neues Rathaus mit einem Turm von knapp 115 Metern in knapp sechs Jahren, der Dresdner Hauptbahnhof stand nach gut fünf Jahren. Fünf bis sechs Jahre scheinen damals die Regel gewesen zu sein. Für uns macht das die Frage nur größer: Wie gelang dieses Tempo überall zugleich, mit denselben einfachen Mitteln?

Wenn das damals überall so schnell ging, mit Holz, Pferd und Menschenhand: Warum dauert es heute oft länger?

Zerstörung und Wiederaufbau

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 brannte das Neue Rathaus aus. Der Turm verlor seine Haube, nur das Stahlgerippe blieb stehen, und die Zeiger der Uhr blieben um halb drei stehen. Ganz oben aber stand weiter der Rathausmann, von Splittern durchbohrt. Ab 1948 wurde das Rathaus vereinfacht wieder aufgebaut, so umfassend, dass die Stadt selbst sagt, der Wiederaufbau sei einem Neubau gleichgekommen.

Ruine des Neuen Rathauses in Dresden mit ausgebranntem Turm hinter Trümmerfeldern, 1945.Der Rathausmann auf dem freigelegten Stahlgerippe des zerstörten Turmhelms des Neuen Rathauses in Dresden.
Aufnahmen von Richard Peter, einem der bekanntesten Fotografen des zerstörten Dresden.Bilder: 1 Richard Peter sen., nach 17.09.1945; 2 Richard Peter sen., nach 1946 · beide SLUB / Deutsche Fotothek · CC BY-SA 3.0 de

Heute kannst Du den Turm mit einer Führung besteigen. Ein Aufzug bringt Dich ein Stück hinauf, dann geht es zu Fuß weiter bis zur Plattform in 68 Metern Höhe. Von dort siehst Du über die Dächer der Altstadt bis weit ins Elbtal. Schaust Du dann nach unten, entdeckst Du etwas, das uns bei unserem Besuch ins Auge sprang.

Blick vom Kreuzkirchturm auf die Dächer und den Turm des Neuen Rathauses in Dresden, 2024.Turmhaube des Neuen Rathauses in Dresden mit Rathausmann und Uhr zwischen kahlen Ästen, 2024.Arkade des Neuen Rathauses in Dresden mit Bronzelöwe, gegenüber ein eingerüsteter Neubau, 2024.
Unsere eigenen Aufnahmen. Gleich neben dem Rathaus wird wieder gebaut, diesmal mit Stahlgerüst und Turmdrehkran.Bilder: 1 und 2 Danilo Staffeth, 2024 (11.05.2024) · Erdkunde Total · Erdkunde Total, 2024 (11.05.2024); 3 Danilo Staffeth, 2024 (29.09.2024) · Erdkunde Total · Erdkunde Total, 2024 (29.09.2024)

Am selben Platz, gut hundert Jahre später, arbeitet der Kran statt des Pferdes. Geht es heute wirklich schneller?

Was wir daraus machen

Auf der einen Seite steht ein Rathaus mit sechs Höfen und einem Turm von hundert Metern, gebaut in fünf Jahren mit Holzgerüsten und Pferdewagen. Auf der anderen Seite stehen heute direkt daneben Turmdrehkräne, Stahlgerüste und alle Technik unserer Zeit.

Wir wollen ehrlich bleiben und die Dinge so ansehen, wie sie sind. Die Fotos zeigen, dass hier gebaut wurde, und wir sind froh, dass es sie gibt. Doch legen wir sie neben die Erklärungen, mit denen man uns solche Bauzeiten begreiflich machen will, bleiben unsere drei Fragen. Wie war dieses Tempo möglich, ein Würfel von sechs Metern an jedem Arbeitstag? Wie gelang es mit Holz, Seil, Pferd und Menschenhand? Und wo sind die Belege, wenn wir auf den Fotos nie mehr als gut dreißig Menschen zählen und vom großen Moment auf dem Turm vergeblich ein Bild suchen?

Unsere Fragen bleiben offen, und wie es wirklich war, wissen wir nicht. Deshalb zeigen wir Dir alles, was wir gefunden haben, und laden Dich herzlich ein, Dir Dein eigenes Urteil zu bilden. Wenn Du das nächste Mal am Dr.-Külz-Ring stehst, schau nach oben zum Rathausmann und frag Dich: Wo ist das Foto von dem Tag, an dem er dort hinaufkam?

Das Neue Rathaus ist übrigens nicht das einzige Dresdner Bauwerk mit einer erstaunlichen Bauzeit. Lies weiter bei der Frauenkirche, die mit Turmdrehkran kaum schneller wieder stand als 1726, beim Central-Theater, das in nur zwölf Monaten gestanden haben soll, und bei der Garnisonkirche St. Martin. Wie man in Sankt Petersburg einen Felsen von 1.500 Tonnen mit Muskelkraft bewegt haben will, liest Du beim Donnerstein.

Bleib wachsam und hinterfrage alles!

Hat Dich dieses Rätsel neugierig gemacht?

Holzgerüste, Pferdewagen und ein Turm von hundert Metern in fünf Jahren: Über solche Dresdner Rätsel sprechen wir gern einen ganzen Abend lang. Wann wir das nächste Mal in Deiner Nähe sind, siehst Du in unserem Kalender.

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Zum Selbernachlesen

  • Karl Roth, „Das neue Rathaus in Dresden“, Zentralblatt der Bauverwaltung 30 (1910), Nr. 89, S. 581 bis 585, und Nr. 91, S. 593 bis 595: Baubeginn 1905, Grundstein, Einweihung, umbauter Raum, Kosten, Marmor, Zentral- und Landesbibliothek Berlin
  • „Das neue Rathaus in Dresden“, Zentralblatt der Bauverwaltung 25 (1905), Nr. 57, S. 353 bis 356: Kostenanschlag 7 und 7,5 Millionen Mark, Güntzsche Stiftung, Elbsandstein, zugekaufte Grundstücke, ZLB Berlin
  • Wettbewerbe 1900/01 und 1903 (80 Entwürfe mit etwa 900 Blatt Zeichnungen, 94 Entwürfe), Entscheidung 1904: Zentralblatt der Bauverwaltung 1901, S. 154, 1903, S. 371 bis 373, und 1904, S. 268, ZLB Berlin
  • Landeshauptstadt Dresden, Faltblatt „Das Neue Rathaus“, 2017: Einwohnerzahlen, Beschluss 1888, Fassadenlängen, Grundfläche, Flure, Höfe, Turmhöhe, Plattform, Karl Roth (1875 bis 1932), Rathausmann 5,40 Meter und Kupferblech von 1,5 Millimetern, Vorgabe des Königs zur Turmhöhe, Zerstörung 1945 (Uhr auf 2.30 Uhr, Figur von Splittern durchbohrt), Wiederaufbau ab 1948 „einem Neubau gleich“, dresden.de
  • Stadtarchiv Dresden, „Der goldene Rathausmann“, 2005: Richard Guhr, 18 Teile Kupferblech, Gewicht, Gipsmodell, Aufstellung und Befestigung 9. bis 15. April 1908, Figur 4,90 Meter ohne Halbkugel, im Internet Archive
  • Landeshauptstadt Dresden, 100 Jahre Neues Rathaus: Baugrube ab 27. April 1905, Turm ab 1906, Rohbau Mitte 1908, dresden.de
  • Landeshauptstadt Dresden, Rathaus und Rathausturm: Uhrwerk „seit 1903“, Führungen, Aufzug und 270 Stufen, dresden.de
  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Denkmaldokument 09213885 „Neues Rathaus“, Denkmalliste Sachsen
  • O. Herrmann, „Die wichtigsten Züge im Baugesteinsbilde von Dresden“, Zeitschrift für Bauwesen 72 (1922), S. 223 ff.: Sandstein „per Achse“ oder über die Elbe, im Internet Archive
  • Neues Rathaus Leipzig, Grundstein 1899, Übergabe 1905, Turm 114,72 Meter, Wikipedia · Dresden Hauptbahnhof, Bauzeit gut fünf Jahre, Inbetriebnahme 1898, Wikipedia, beide abgerufen am 12. Oktober 2026
  • Dresdner Nachrichten, 9. April 1908, S. 2 (Werkstatt, 35 Zentner, 5,80 Meter, Flaschenzug, drei Teile), Deutsches Zeitungsportal, und 14. April 1908, S. 2 (Winden, „weithin leuchtet die vergoldete Figur“), Deutsches Zeitungsportal
  • Einwohner 1905 (516.996, Volkszählung 1. Dezember 1905): Board of Trade, Cost of Living in German Towns, London 1908, Abschnitt Dresden, EconBiz · 1910 (548.308): Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1924, S. 4, Universitätsbibliothek Mannheim
  • Landeshauptstadt Dresden, Faltblatt „Der Rathausturm“, 2008: Rathausmann 5,05 und 5,60 Meter, dresden.de
  • Rückkehr des Rathausmanns 2006 „am Kran“, Figur 4,90 Meter: Dresdner Amtsblatt 26/2006, dresden.de
  • Dokumentation „Goldene Hände“ zur Restaurierung des Rathausmanns, DVD 2006: Sächsische Zeitung
  • Die Baustellenfotos von 1905 bis 1909: Deutsche Fotothek, SLUB Dresden, jeweils unter dem Bild verlinkt
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